Silk Way Rally: Erfolgreiche Halbzeitbilanz für den MINI ALL4 Racing

• Vier MINI ALL4 Racing in den Top 10
• Zweite Woche bringt Sand und Dünen


Knapp 4.800km von 10.774km sind geschafft und damit steht den Teilnehmern in der zweiten Woche der Silk Way Rally noch über die Hälfte der Strecke bevor. Die fünf MINI ALL4 Racing Crews haben sich bisher sehr gut geschlagen: die beiden Russen Vladimir Vasilyev und Konstantin Zhiltsov aus dem Team VRT liegen nach sechs Tagen auf Rang drei, gefolgt von den beiden Crews Yazeed Al-Rajhi (KSA) / Timo Gottschalk (GER) und Aidyn Rakhimbayev (KZA) / Anton Nikolaev (RUS). Der zweite Kasache im MINI ALL4 Racing Bauyrzhan Issabayev und sein russischer Co-Piot Vladimir Demyanenko belegen mit Rang neun ebenfalls einen Platz in den Top 10. Harry Hunt (GBR) und Andreas Schulz (GER) gehen auf Gesamtrang zwölf in die zweite Woche. Nach der morgigen Prüfung überquert der Rallye-Tross die Grenze nach China.

Die diesjährige Silk Way Rally hat nicht nur fahrerisch und navigatorisch anspruchsvolle Strecken, sondern auch der Zeitplan ist sehr anstrengend für die Renncrews und den Service. Wenig Schlaf und lange Etappen zehren an den Kräften. Speziell die Uhrumstellung um drei Stunden nach dem Grenzübertritt nach Kasachstan und die damit viel kürzere Nacht machte vielen zu schaffen. Besonders den Co-Piloten, die sich nach der Ankunft im Ziel auch noch um das Roadbook für den nächsten Tag kümmern müssen. „Es bleibt uns bisher wenig Zeit für das Roadbook und den Schlaf. Aber das Roadbook müssen wir auf jeden Fall ordentlich vorbereiten, da muss der Rest zurückstecken“, so Zhiltsov, Co-Pilot von Vasilyev. „Vor drei Tagen habe ich nur zwei Stunden geschlafen, gestern aber mehr, aber wir waren alle müde und freuten uns auf den Ruhetag.“

Wie schon bei der Dakar im Januar, so machte in der ersten Woche der Regen den Organisatoren zu schaffen. So mussten sie die erste Prüfung nach dem Prolog in Kasan absagen. Die Strecke stand teilweise unter Wasser und war sehr rutschig. Gestern wurde der zweite Teil der Wertungsprüfung kurzfristig nicht in Angriff genommen. Ein Unwetter war über Almaty aufgezogen und so konnten die Helikopter nicht starten. Aus Sicherheitsgründen dürfen in diesem Fall die Rennfahrzeuge nicht starten. Der Schlamm, der trotzdem auf einigen Prüfungen zu finden war, sorgte für einige Flüche der Piloten. So mussten auf der fünften Etappe viele Crews aussteigen, um den Schlamm von der Windschutzscheibe zu entfernen, da die Scheibenwischer es nicht mehr schafften. Hunt blieb auf der vierten Etappe fast eine halbe Stunde in einem Schlammloch stecken bis ihn ein Konkurrent befreite.

Vasilyev kam gut durch die erste Woche, nur auf der längsten Etappe am fünften Tag verlor er viel Zeit. Durch einen Platten zu Beginn der Prüfung konnte die Konkurrenz aufholen und später auch vorbeiziehen. Im Staub der Fahrzeuge musste der Russe immer wieder verlangsamen und verlor viel Zeit. Auch Al-Rajhi büßte auf dieser Etappe viele Minuten ein. Gleich drei Platten zwangen ihn mehrfach zum Anhalten. „Dadurch haben wir bestimmt zehn Minuten verloren“, so der Saudi. „Ohne diese Stopps und den überhitzten Motor am Tag zuvor wären wir bei der Spitze dabei.“

Die beiden Kasachen Rakhimbayev und Issabayev überraschten viele mit guten und konstanten Leistungen, die beiden einen Gesamtrang in den Top 10 einbrachte. Rakhimbayev machte viel Zeit gut als er sich auf der fünften und längsten Etappe einen sehr guten dritten Rang sicherte. „Bei uns lief es von Tag zu Tag immer besser“, so der Kasache. „Die letzten paar Tage waren anstrengend, aber wir kamen gut durch. In China hoffe ich auf lange und anspruchsvolle Tage, das liegt uns.“

Doch vor der zweiten Woche, die fast komplett durch China führt, haben alle Teilnehmer Respekt. Denn hier wartet die Wüste Gobi und damit viel Sand und Dünen. „Die meisten von uns kennen die Dünen in China nicht und ich habe gehört, dass sie sehr hoch und nicht einfach zu befahren sind“, berichtet Zhiltsov. „Wir wissen, wenn man sich mal festfährt, dann verliert man schnell zwanzig Minuten. Da kann sich alles wieder ändern.“ Das meint auch der junge Brite Hunt: „Der zweite Teil der Rallye wird sicherlich der interessanteste. In China kann man viel Zeit gewinnen und auch verlieren.“ Nach dem Pech in den vergangenen Tagen hofft Al-Rajhi hier den Angriff auf die Spitze vornehmen zu können: „Ich hoffe, dass wir unser Pech-Pensum durch haben und nun ohne Probleme in die zweite Woche gehen können. Der zweite Teil wird hart mit einigen Überraschungen – hoffentlich nicht so viele für uns wie für die anderen Fahrzeuge.“

Morgen führt die Route vom kasachischen Almaty ins chinesische Bortala. Vor dem Grenzübertritt absolvieren die Crews eine 76,86 Kilometer lange Etappe in den Bergen. Die Prüfung bringt die Teilnehmer auf eine Höhe zwischen 2.000 und 2.600 Metern. Technisch anspruchsvoll, aber kaum Überholmöglichkeiten.

Gesamtwertung nach Etappe 6:
1. C. Despres (FRA) / Castera (GRA) – Peugeot - 11h 06m 35s
2. S. Loeb (FRA) / D. Elena (MCO) – Peugeot – 11h 14m 35s
3. V. Vasilyev (RUS) / K. Zhiltsov (RUS) - MINI ALL4 Racing – 11h 16m 25s
4. Y- Al-Rajhi (KSA) / T. Gottschalk (GER) - MINI ALL4 Racing – 11h 19m 25s
5. A. Rakhimbayev (KAZ) / A. Nikolaev (RUS) - MINI ALL4 Racing – 11h 21m 33s

9. B. Issabayev (KAZ) / V. Demyanenko - MINI ALL4 Racing – 11h 54min 39s

12. H. Hunt (GBR) / A. Schulz (GER) - MINI ALL4 Racing - 12h 02m 47s


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